Medizinisches – Untersuchungen

1.) Am Anfang steht das Arztgespräch
2.) Körperliche Untersuchung
3.) Mammografie (Röntgen)
4.) Ultraschall (Sonografie)
5.) Kernspintomografie (MRT)
6.) Feingewebliche Untersuchungen 
7.) Ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie
8.) Vakuumsaugbiopsie
9.) Offene Biopsie
10.) Metastasenausschluss (Staging)
11.) CT Brust- und Bauchraum
12.) Knochenszintigrafie

 
Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden und Diagnoseverfahren, um Gewebeveränderungen an der Brust festzustellen. Alle Untersuchungen haben das Ziel zu erforschen, wo der Tumor sitzt, wie groß er ist, und ob er gut- oder bösartig ist. Wird ein Brustkrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungs- und Überlebenschancen sehr groß.

Durchbrechen die entarteten Zellen die Basalmembran, so bezeichnet man dies als „invasives Wachstum. Dieser Brustkrebs kann in Lymphbahnen und Blutgefäße einbrechen und dadurch Tumorzellen im Körper verteilen.

 

Am Anfang steht das Arztgespräch

Sprechen Sie jeden Verdacht offen bei Ihrem Frauenarzt an. Der Arzt wird zunächst eine ausführliche „Krankengeschichte“ (Anamnese) aufnehmen, die Ihre Beschwerden, Risikofaktoren und Ihren Allgemeinzustand umfasst und Sie anschließend untersuchen.

Hinweis

Die Diagnose „Brustkrebs“ sollte immer durch die folgenden Untersuchungsverfahren (körperliche Untersuchung, bildgebende Verfahren und Biopsie) gesichert werden, um eine Fehldiagnose zu vermeiden
und um das weitere Vorgehen planen zu können. Dies bedeutet einen enormen organisatorischen Aufwand und eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen.

Bitte bringen Sie daher zu jedem Arzttermin alle Ihre Unterlagen mit, um unnötige Mehrfachuntersuchungen und damit verbundene Wartezeiten zu vermeiden.

  
Untersuchungsmethoden

• Körperliche Untersuchung

Der Arzt untersucht die Brust hinsichtlich äußerer erkennbarer Veränderungen und durch Abtasten auf Knoten und Verhärtungen.

Um sich ein genaueres Bild von der erkrankten Stelle zu machen, wird der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen. Dazu gehört eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen (Mammografie), mit Ultraschall (Sonografie) und in Ausnahmefällen mit Magnetfeldern (Kernspintomografie). Mit allen drei Methoden (bildgebende Diagnoseverfahren) versuchen die Ärzte, sich ein genaueres Bild über das veränderte Gewebe zu verschaffen.

• Mammografie (Röntgen) der Brust

Die Mammografie („mamma“: Brust und „graphie“: Darstellung) ist ein spezielles Röntgenverfahren der Brust. Die Brust wird hierfür zwischen zwei Plexiglasscheiben gepresst. Das Zusammendrücken der Brust kann unangenehm sein. Von jeder Brust werden zwei Aufnahmen angefertigt – einmal von oben nach unten und einmal schräg von der Mitte her zur Seite – die anschließend beurteilt werden.

Mithilfe der Mammografie können Gewebeveränderungen sichtbar gemacht werden, noch bevor sie tastbar sind oder andere Symptome auftreten. Deshalb wird die Mammografie nunmehr auch als sehr gute Möglichkeit zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, dem sogenannten „Mammografie-Screening“, angewandt. Die Teilnahme ist freiwillig. Ob Sie das Angebot der Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen möchten, entscheiden Sie selbst.

• Ultraschall (Sonografie) der Brust

Bei der Ultraschalluntersuchung werden Schallwellen eingesetzt, die vom Gewebe zurückgeworfen (reflektiert) und am Bildschirm dargestellt werden. Mit dieser Technik lassen sich Umrisse von Organen, Gewebe und Gewebsveränderungen gut darstellen.

 • Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie) der Brust

Die Kernspintomografie ist kein Verfahren, das an erster Stelle kommt, sondern erst dann, wenn durch die Mammografie und die Ultraschalluntersuchung keine eindeutige Aussage möglich ist. Ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind, lässt sich durch invasive Verfahren endgültig klären.

 Feingewebliche Untersuchungen

Zwei Verfahren werden derzeit ambulant, also ohne Klinikaufenthalt, durchgeführt. Eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) und ein kleiner Hautschnitt reichen hierfür aus. Das entnommene Gewebe wird anschließend von einem Pathologen auf seine Bös- oder Gutartigkeit hin untersucht.

• Ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie

Der Arzt entnimmt mithilfe einer Nadel (Stanze) mehrere winzige Gewebeproben aus der betroffenen Stelle. Dies geschieht in der Regel unter Ultraschallkontrolle.

• Mammografisch oder MR-mammografisch gesteuerte Vakuumsaugbiopsie

Die Vakuumsaugbiopsie ist ein minimal invasives Verfahren zur Gewebeentnahme aus der Brust. Es besteht in der Klinik Oranienburg die Möglichkeit, der mammografisch gesteuerten Vakuumbiopsie zur Abklärung unklarer oder auffälliger Befunde, insbesondere von Mikrokalzifikationen. Diese sind oftmals gutartigen Charakters, können in gruppierter Form jedoch Früh- oder Vorstadien eines Brustkrebses anzeigen.
Da diese Mikrokalke oft nur in der Mammografie erkennbar sind, besteht die Möglichkeit, die Lages des Kalkes mammografisch, computergesteuert zu bestimmen und mittels Biopsienadel Gewebeproben zu entnehmen.

Nach lokaler Betäubung der Einstichstelle und digitaler Berechnung der Einstichtiefe, wird die Nadel vor dem Herd/Mikrokalk platziert, es werden kleine Gewebezylinder herausgestanzt und mittels Vakuum aus der Nadel herausgesaugt. Für eine eventuell im Zeitintervall erforderliche Brustoperation wird als Orientierungshilfe die Biopsiehöhle mit dem Mikroclip markiert.

Abschließend wird ein Kompressionsverband angelegt, um eine Nachblutung zu vermeiden. Die Patientin sollte circa 24 Stunden körperliche Arbeit vermeiden und aufSport verzichten. Das gewonnene Material wird in einem Labor histologisch untersucht und das Ergebnis nach wenigen Tagen mit der Patientin besprochen. Im Falle eines bösartigen Befundes werden individuelle Therapiemöglichkeiten besprochen.

• Offene Biopsie

Manchmal kann es von Vorteil sein, den auffälligen Befund für die feingewebliche Untersuchung direkt durch einen operativen Eingriff zu entfernen. Zudem kann eine offene Biopsie notwenig sein, wenn die mittels Stanz- oder Vakuumsaugbiopsie entnommene Gewebeprobe keine sichere Diagnosestellung zulässt. In der Regel wird vor einer offenen Biopsie das auffällige Areal in der Brust mit einem kleinen Draht in lokaler Betäubung markiert („Feinnadelmarkierung“). Dies geschieht unter ultraschall-/mammografischer Kontrolle. Offene Biospien werden teilweise ambulant durchgeführt.

Metastasenausschluss (Staging)

Um die optimale Behandlungsmethode für Sie festlegen zu können, ist – abhängig von den Eigenschaften des Tumors – manchmal eine Untersuchung des Körpers auf Tochtergeschwülste (Metastasen) sinnvoll. Tochtergeschwülste findet man bevorzugt in Leber, Lunge oder Knochen.

• CT Brust- und Bauchraum

Vermeintliche Lungen- oder Leberabsiedlungen können ab einer Größe von wenigen Millimetern mittels Computertomografie des Brust- und Bauchraumes frühzeitig identifiziert werden.

• Knochenszintigrafie

Bei der Knochenszintigrafie werden sogenannte Radionuklide über die Vene verabreicht. Das sind chemische Substanzen, die sich im Knochen ablagern und für kurze Zeit strahlen. Mit einer speziellen Kamera (Gammakamera) kann deshalb nach etwa zwei Stunden erfasst werden, in welchen Bereichen des Knochengewebes ein erhöhter Umbau stattfindet. Die Ursache hierfür können gutartige Veränderungen wie Verschleißerscheinungen, alte Knochenbrüche, Osteoporose sowie andere Knochenerkrankungen sein – oder eben Absiedlungen des Brustkrebses. In Zweifelsfällen wird deshalb die entsprechende Stelle nachgeröntgt.

Ergänzend können zu den Untersuchungen die Computertomografie oder die Kernspintomografie zur genaueren Beurteilung von Leber, Lunge oder Knochen eingesetzt werden.

 

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Leiterin Dr. med. Elke Keil

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Sabrina Naumann und Dr. med. Nadine Pohl

Sabrina Naumann
Dr. med. Nadine Pohl

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